Der Film
Laut Filmemacherin Diane Bell ist MIWI ein Konzept des australischen Ngarrindjeri Volkes, das eine Art Bauchgefühl beschreibt, ein intuitives, gefühltes Wissen, das der direkten emotionalen Auseinandersetzung mit der Umwelt dient. Wir glauben, dass Wissen allein oder Gefühl allein nicht ausreichen, um festgefahrene Strukturen zu heilen. Wir brauchen die Verbindung von beidem. Alles will gefühlt und erkannt werden, das Schöne wie das Schlechte. Dann können wir es transformieren. So werden wir gemeinsam wachsen und positive Impulse in die Welt senden.
Mit AUFBRUCH
möchten wir, Matthias und Kristine, über die Ursachen und
Auswirkungen von Prostitution aufklären und Bewegungen stärken,
die sich für ein menschenwürdiges Leben für
alle einsetzen. Wir laden dich ein, auch dort
hinzuschauen, wo es wehtut, um zu verstehen, wie sich
Prostitution auf die gesamte Gesellschaft und einzelne Personen
auswirkt. Erlebe Geschichten von Menschen mit langjährigen und
vielfältigen Erfahrungen, ergänzt durch Erkenntnisse aus
Wissenschaft und Forschung. Dieser Film geht unter die
Haut - daher schaue ihn am besten nicht allein und
tausche dich mit anderen über seine Wirkung und Inhalte
aus.
Ronja hat sich nach dem Ausstieg aus der Prostitution, in der sie fast 10 Jahre in Voll- und Teilzeit tätig war, für feministischen Aktivismus und Aufklärung, im Sinne von Entmystifizierung der Prostitution, entschieden. Sie vertritt das Netzwerk Ella unter anderem mit öffentlichen Redebeiträgen. Im Film erzählt sie ihre Geschichte.
Dieser Dokumentarfilm erzählt die Geschichten von Frauen, die maßgeblich an der Abolitionismusdiskussion (Abolitionismus = Abschaffung der Sklaverei) in Deutschland beteiligt sind und sie politisch wie gesellschaftlich beeinflussen. Huschke Mau und Manuela Schon (politische Aktivistinnen und Autorinnen) verfolgen einen radikal-feministischen Ansatz, der uns zu einer Vision von einer Gesellschaft der Solidarität führt, lokal wie international. Zu einer Gesellschaft des Verstehens, der Empathie und gegenseitigen Anerkennung. Weitere Experten und Prostitutionsgegnerinnen kommen zu Wort sowie ein ehemaliger “Freier”, der anonym bleibt. Doch es bleibt nicht bei der schonungslos deutlichen Beschreibung der Realität. Mit Aufbruch blicken wir auf Möglichkeiten, uns aus lange überholten Systemen und Glaubenssätzen zu befreien.
Mit diesem Film möchten wir dazu beitragen, dass viele Menschen erkennen, welchen dramatischen Einfluss Prostitution auf die gesamte Gesellschaft hat. Somit werden mehr und mehr Menschen zusammenkommen, um politische Entscheidungsträger aufzufordern und zu drängen, eine gerechtere, menschlichere Perspektive für Prostituierte zu schaffen, zum Beispiel nach Vorbild des Schwedischen Modells. Im sogenannten “Nordischen Modell” erhalten die drei Elemente Netzwerke für Betroffene, Ausstiegshilfen und frühe Bildung die Unterstützung, Verbreitung und den Zulauf, die nötig sind, um den AUFBRUCH real werden zu lassen.
Die Filmemacher Matthias Gathof und Kristine Tauch möchten gesellschaftlich relevante und provokante Themen verständlich erfahrbar machen und ihren Teil zu einer gerechteren Welt beitragen.
Es ist ein Privileg, gut behütet und sorgenfrei aufzuwachsen. So habe ich meine Familie als Kind erlebt: konfliktfrei und voller Harmonie. Doch mit 15 Jahren begann mein unberührtes Weltbild zu bröckeln. Zum ersten Mal wurde ich unmittelbar mit den Folgen geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen konfrontiert – mit Lebensrealitäten, die geprägt waren von Angst, Ohnmacht und dem zerstörerischen Machtmissbrauch durch Männer. Diese Erfahrung erschütterte mich zutiefst und wurde zu einem schmerzhaften, aber wegweisenden Gegenpol zu dem, was ich bis dahin kannte.
Rückblickend war das ein Kontrast zu den Einflüssen, die auf mich und meinen männlichen Bekanntenkreis wirkten: keine Aufklärung über gleichberechtigte und selbstbestimmte Sexualität, Pornografie, Sexismus, die Objektivierung von Frauen und später der obligatorische Junggesellenabschied auf der Reeperbahn. All das schien völlig normal – und genau diese „Normalität“ begann ich damals kritisch zu hinterfragen.
Seither suche ich nach Wegen, systematischer Ohnmacht etwas entgegenzusetzen. Gewissenhaftes Hinterfragen und „Reinspüren“ ermöglichen es mir, das eigene Weltbild zu reflektieren und zu erweitern. So entstehen wegweisende Perspektiven, die mich oft nicht mehr loslassen. Ich will Themen tief durchdringen und erfahrbar machen – schon während der Recherche entstehen dabei oft Synergien mit den Empfindungen anderer Menschen.
Heute will ich mit meinen Filmen mehr tun, als Geschichten zu erzählen. Ich will mithelfen, krankmachende Systeme ins Wanken zu bringen, Machtverhältnisse sichtbar zu machen und Impulse für echten gesellschaftlichen Wandel zu geben. Mein Ziel ist es, Menschen in ihrem Bewusstsein zu stärken – weil jede Veränderung im Inneren beginnt, aber nicht dort enden darf. Filme können Resonanzräume sein, in denen Empathie wächst und aus Individuen eine Bewegung entsteht, die das Potenzial hat, Strukturen zu verändern.